Süß, aber …

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Geplant war es, in diesem Mai-Post Eindrücke und Fotos über unsere nur wenige Tage zurückliegende Gartenreise in die Niederlande zu posten. Das haben wir aus aktuellem Anlass auf später verschoben (wir dachten dabei an die nicht so aufregenden und nicht so arbeitsintensiven Wintermonate). Denn als wir aus dem Urlaub zurückkamen, wartete eine kleine Überraschung auf uns.

Apropos Urlaub: Der ist ja für uns Gärtnerinnen eh so ein Ding. Natürlich will man was von der Welt und den vielen anderen inspirierenden Gärten dort draußen sehen. Nur wann? Im Winter, wenn es im eigenen Garten wenig zu tun gibt, fühlt sich Urlaub machen am besten an. Es kann im eigenen Garten nichts „anbrennen“ und man kann frohgemut gerne auch wochenlang verreisen. Aber wohin? Im Winter lohnen unter gärtnerischen Gesichtspunkten eher ferne Regionen: Nordafrika, Asien … Ziele gibt es in der Welt zuhauf. Will man sich aber gerade aus der näheren Umgebung (England, Niederlande, Frankreich, Italien, Spanien und, und, und) Inspiration holen, dann sollte man schon im Frühjahr, Sommer oder Herbst losziehen. Aber was ist dann mit dem eigenen Garten? Zum Glück gibt es Freunde (danke, Babsi!), die sich liebevollst um das Gießen und um vieles, vieles andere kümmern. Aber … Natürlich kann und will man nicht erwarten, dass diese dann auch noch Rasen mähen, Hecke schneiden, Unkraut jäten, also all die Dinge tun, die man selbst in dem Zeitraum getan hätte, weil man ja mit den Jahreszeiten lebt und gärtnert … Kurzum, kommt man aus dem Urlaub wieder, landet man im heimischen Dschungel. Ein Preis, den man zahlen muss, wenn man sich Garten und Urlaub gönnt. Weiß man. Macht man so. Ist dann auch okay.

Wild Gardening | Gartenblog | Wiese

So sieht es nach dem Urlaub aus …

Nebenwirkungen gibt es also immer. Was wir jedoch vergangene Woche bei unserer Rückkehr und die Tage darauf erleben durften, war anders – irgendwie reizend, aber doch auch zum Zähneknirschen. Als wir unsere erste nachurlaubliche Garteninspektionsrunde machten, trafen wir auf ein kleines Rehkitz – niedlich eingepolstert im Bambus. Die Mutter hatte es dort sicher abgelegt, um es dann nachts zu füttern. Tagsüber streifte sie selbst umher, um Futter für sich zu suchen.

Wild Gardening | Gartenblog | Rundgang Rehe

Erster gemeinsamer Rundgang

Wild Gardening | Gartenblog | Rehe Rundgang

Der Garten wird aufmerksam erkundet.

Ja, natürlich haben wir einen Zaun. Gegen Rehe kann schließlich niemand angärtnern. Unserer ist zwar keine 1,80 Meter hoch, aber er hält mit seinen 1,40 in der Regel zuverlässig ganzjährig Rehe ab. Doch in diesem Fall war wohl das Bedürfnis nach Schutz größer als die Abwehrwirkung unseres Zauns. Und die Ruhe im beurlaubten Grundstück einfach zu verlockend. Die Rehmutter und das Kitz zogen ein. Wir waren natürlich verzückt. Doch, es war nicht nur ein Kitz. Es waren zwei. Eine andere Ricke hatte ihr Kleines ebenfalls (an anderer Stelle) in unserem Garten deponiert. Die Verantwortung wuchs. Was tun, damit die Kleinen gut geschützt waren, wenn ihre Mütter tagsüber unterwegs sind? Wie schafft man es, dass die Kitze – wir waren ja nun wieder da – nicht in Panik verfielen und verzweifelt einen Ausgang aus dem Garten suchen und hektisch am Zaun entlang irren, wenn sich eine Störung durch unerwartete Besucher ergab?

Wir öffneten die Tore nach hinten zum Feld. Sind ja nur ein paar Tage, bis die Kleinen mit den Müttern von dannen ziehen … Aber ein paar Tage reichen … Schon in der ersten Nacht kam ein Rehbock vorbei und wetzte sein Geweih an Bäumen und Sträuchern … Und Hunger hatten die ja dann alle auch noch … Zum Glück sind die Mütter mit den Kitzen inzwischen ausgezogen, die Tore sind wieder zu. Alles darf nachwachsen. Reizend war es aber ja doch.

Wild Gardening | Gartenblog | Rehverbiss 1

Rehbockschaden an jungem Essigbaum (Rhus thypina)

Wild Gardening | Gartenblog | Rehschaden

Himalaya-Birke (Betula utilis var.  jacquemontii) nach Bearbeitung durch den Rehbock

Wild Gardening | Gartenblog | Rehbock

Der Verursacher des Schadens guckt in die Nachtkamera. Von Schuldbewusstsein offensichtlich keine Spur …

Wild Gardening | Gartenblog | Rehschaden 3

Hier hats geschmeckt!

PS: Gut, dass die Rosen noch nicht blühen 🙂

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Frieden mit Gelb

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Gelb – im Frühling eine Farbe, die nahezu in jedem Garten präsent ist. Kräftig leuchtende Farbflecken allerorten. Nur, ich konnte und wollte mich mit diesem hellen Farbton in der Vergangenheit nie so recht anfreunden. Oft war mir Gelb zu kühl, zu akzentuiert oder zu grell.

Diese Abneigung führte dazu, dass bestimmte Frühlingspflanzen in unserem Garten einfach nicht „stattfanden“. Wie zum Beispiel die Gelb-Knaller Narzissen und Forsythien.

Erst seit Kurzem habe ich mit Gelb meinen Frieden machen können. Das verdanke ich einer neuen Liebe: den Osterglocken. Weil viele Frühblüher wie herrlich farbenfrohe Tulpen, elegant nickende Schachbrettblumen oder auch manch entzückender Krokus es in unserem Garten – aufgrund der Wühlmäuse und dem unpassenden Boden – mit der Langlebigkeit schwer haben, haben wir uns neben Schneeglöckchen irgendwann auf wühlmausresistente und robuste Narzissen fokussiert. Zugegeben, dies war zunächst mehr eine Frustentscheidung als ein leidenschaftlicher Kauf- und Pflanzakt. Daher sollte es auch anfangs nicht mehr als ein kleiner gelber Farbklecks auf einer sonnigen Wiese sein. Dann aber fanden wir echten Gefallen daran und haben das Areal tüchtig vergrößert. Darüber haben wir schon berichtet. Das Narzissenfeld ist ein herrlicher Anblick in der Sonne und nun ein echtes Highlight in unserem Frühlingsgarten.

Wild Gardening Gartenblog Narcissus 'Carlton'

Narcissus ‚Carlton‘

Auch bei Schnee kommen Narzissen gut zur Geltung.

Wild Gardening | Gartenblog | Sometimes it snows in April

„Sometimes it snows in April“

Im rechten Teil unseres Wilden Gartens gibt es hinter zwei Blutbuchen noch einen ziemlich „kahlen“ Bereich. Der schreit vor allem im Frühling, wenn alles drumherum noch nicht so grünt, geradezu nach Farbe und Fülle. Schon letztes Jahr – wir waren ja durch den Erfolg mit den Narzissen mutig geworden – dachten wir daran, dort Forsythien zu setzen. Wir zogen los – und fanden nur wenige Exemplare im Angebot, und die wenigen hatten zudem dieses kühlere Gelb, mit dem wir uns so gar nicht anfreunden konnten. Dann lieber erst mal nicht.

Doch dieses Jahr die große Überraschung: Plötzlich sahen wir auf den Pflanzenmärkten und in den Gärtnereien Forsythien an allen Ecken und Enden. Hinzu kommt, dass gleich zwei gartenbegeisterte Freundinnen, die ebenfalls dieser merkwürdigen Gelb-Zurückhaltung verfallen waren, unlängst zugaben, seit einiger Zeit einen Hang zu gelben Farbakzenten im Garten zu verspüren und diesem auch ungehemmt nachzugeben. Her mit den Gelben also! Gibt es jetzt einen großen Gelbtrend und wir sind für uns unbemerkt Teil einer neuen Modewelle? Oder ist das nur und ausschließlich unsere selektive Wahrnehmung und Bereitschaft, Gelb jetzt (endlich) eine Chance zu geben?

Wild Gardeing | Gartenblog Blüte von Forsythia x intermedia 'Lynwood'

Blüte von Forsythia x intermedia ‚Lynwood‘

Nun, jedenfalls wurde die bisher leere Gartenecke mit Forsythien (2 Forsythia x intermedia ‚Lynwood’, 2 Forsythia x intermedia ‚Weekend’) gefüllt und dort darf in den nächsten Jahren ein großer gelber Farbklecks wachsen. Ist doch viel aufregender, wenn man nicht gleich zu Beginn alle Optionen mitbedenkt, sondern sie sich Stück für Stück erobert, oder?

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Verspätung

Wild Gardening | Gartenblog | Bildergalerie

Unsere schönsten Gartenmomente in 2015 kommen zugegeben mit etwas Verspätung – aber sie kommen zumindest bevor es richtig losgeht mit dem Frühling. Hier gehts zu den Bildern. Enjoy!

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Warten auf den Frühling

Wild Gardening | Gartenblog | ein Garten in der Heide | Cornus mas

Viel Regen, tüchtig Wind und dann doch noch mal Schnee – der Februar lud in der Nordheide nicht gerade zum genussvollen Gärtnern ein. Also zügig Baum- und Strauchschnitt erledigt, wenigstens noch die Staudensonnenblumenflächen abgeräumt, aber mehr war nicht drin. Zum Gräser- und Staudenrückschnitt in den Beeten hat es nicht gereicht. Zerzaust und zum Teil platt sieht das an einigen Stellen nicht mehr schön aus. Da muss schnellstmöglich Abhilfe geschaffen werden. Bis dahin hilft nur, den Blick auf die allerorts sprießenden Frühlingsboten zu fokussieren. Und alles Weitere in den März zu vertagen.

Wild Gardening | Gartenblog | ein Garten in der Heide | Galanthus nivalis 'Flore Pleno'

Galanthus nivalis ‚Flore Pleno‘ zeigt sich bei uns deutlich wüchsiger als die Art Galanthus nivalis.

Wild Gardening | Garten-Blog | ein Garten in der Heide | Schneeglöckchen

Die gefüllten Schneeglöckchen lassen sich auch von üppigem Farnwachstum nicht verdrängen.

Wild Gardening | Garten-Blog | ein Garten in der Heide | Galanthus

Elegante Schönheit: Galanthus ‚S. Arnott‘. Im Hintergrund kann man das Chaos von verwehten Miscanthus x giganteus-Blättern erahnen.

Wild Gardening | Gartenblog | ein Garten in der Heide | Narzissen

In den Startlöchern stehen bereits unsere ausgewilderten Narzissen – jetzt noch ein paar Tage sonnige Wärme …

Wild Gardening | Gartenblog | ein Garten in der Heide | Eichhörnchen

Doch statt Wärme kam dann die Kälte wieder: Das Eichhörnchen arbeitet mit engagierter Futteraufnahme dagegen an.

 

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Eisskulpturen

SpectabilisIm Moment gibt es draußen wenig zu tun, aber umso mehr zu staunen – Eisskulpturen verzaubern unseren Garten: Bambus in seiner schönsten Form.

Wild Gardening | Gartenblod | Pseudosasa japonica

Pseudosasa japonica

Wild Gardening | Garten Blog | Phyl. propinqua

Phyllostachys propinqua

Wild Gardening | Gartenblog | Fargesia denudata 'Lancester 1'

Fargesia denudata ‚Lancaster 1‘

Wild Gardening | Gartenblog | Birken vor Bambushain

Betula utilis var. jacquemontii vor dem Bambushain

Wild Gardening | Gartenblog | Phyllostachys bisetii

Phyllostachys bissetii

Wild Gardening | Gartenblog | Fargesia murielae 'Standing Stone'

Fargesia murielae ‚Standing Stone‘

Wild Gardening | Gartenblog | Bambushain

Bambushain mit Phyllostachys nigra ‘Megurochiku‘, Phyl. humilis, Phyl. aureosulcata ‚Aureocaulis‘

Wild Gardening | Gartenblog | Phyl. aureosulcata spectabilis

Phyllostachys aureosulcata ‚Spectabilis‘

Wild Gardening | Gartenblog | Fargesia spez. Jiuzhaigou 'Wagner'

Fargesia spez. Jiuzhaigou ‚Wagner‘

Wild Gardening | Gartenblog | Phyl. artrovaginata

Phyllostachys atrovaginata

propinqua blüte

Blüte von Phyllostachys propinqua

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Herbst-Frühling im Dezember

Wild Gardening | Gartenblog |

Das Wetter – ein Lieblingsthema jedes Gärtners. Und was für ein Thema das in diesem Monat war: Nachdem der Winter bei uns im November in Form von zwei wunderschönen Schneetagen einen kurzen Auftritt hatte, kam im Dezember … die Wärme. Tagestemperaturen im zweistelligen Plusbereich waren die Regel und auch nachts wurde es oft nicht wesentlich kühler. Im Garten fügten sich dadurch übergangslos Herbstimpressionen und Frühlingsmotive zusammen. Neben wogenden Gräsern und  den attraktiven braunen Blütenständen der Stauden strecken bereits Narzissen und Hyazinthen ihre Köpfchen raus. Auch die Weidenkätzchen sind schon da und unsere Bambusse wachsen dank der optimalen Wetterverhältnisse einfach weiter. Hoffen wir, dass das bittere Ende nicht noch kommt und all die „Frühlingsgefühle“ zunichte macht.

Wild Gardening | Gartenblog | Origanum vulgare, Sporobolus heterolepsis

Origanum vulgare korrespondiert schön mit Sporobolus heterolepsis.

Wild Gardening | Gartenblog | Verbena hastata

Verbena hastata

Wild Gardening | Gartenblog | Lonicera purpusii

Die herrlich duftenden Blüten von Lonicera purpusii begeistern uns jeden Winter.

Wild Gardening | Gartenblog | Viburnum bodnantense 'Dawn'

Viburnum bodnantense ‚Dawn‘

Wild Gardening | Gartenblog | Cornus mas

Die Wärme zeigt Wirkung: Ungewöhnlich früh öffnen sich die Blüten von Cornus mas.

Wild Gardening | Gartenblog | Perlhyazinthen

Auch die Perlhyazinthen läuten schon den Frühling ein.

Wild Gardening | Gartenblog | Morgenrot

Flammendes Morgenrot am 31. Dezember 2015

Wir wünschen allen unseren Lesern einen guten Start ins neue Jahr – und viele tolle Gartenmomente in 2016!

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Warm, windig und dann Schnee


Wild Gardening | Garten blog | Warm, windig und der erste Schnee

Bis zum vergangenen Wochenende sollte dieser Post noch „Warm und windig“ heißen – dann kam der erste Schnee! (Fast) hinter uns liegt ein abwechslungsreicher November mit hohen, frühlingshaften Temperaturen, tüchtig Wind und einer ersten ausgiebigen Ladung Winter. Schön!

Hier ein paar Impressionen:

Wild Gardening | Gartenblog | Hopfen

Der Sturm hat den Hopfen von Wand und Dach der Garage geweht – dekorativ!

Wild Gardening | Gartenblog | Rhus typhina

Prachtvolle Farben voller Wärme – unser Rhus typhina, eine Schönheit mit ganz großem Ausbreitungsdrang.

Gartenblog | Wild Gardening | Rhus typhina und Malus 'Evereste'

Ein hübsches Paar: Die Blätter des Rhus typhina ummanteln die Früchte des Malus ‚Evereste‘.

Wild Gardening | Gartenblog | Halbmondborder

Windige Zeiten in der leergepusteten Halbmondborder.

Wild Gardening | Gartenblog | Sturm

Tolles Ensemble im Sturm: Rhus typhina mit Hippophae rhamnoides, hier die Sorte ‚Vitaminhochzeit‘.

Wild Gardening | Garentblog | Gelenkblume

Und dann der erste Schnee! Wer genau hinguckt, entdeckt noch Blüten unserer Gelenkblumen – unermüdliche Herbstblüher. Unverzichtbar ab September.

Wild Gardening | Gartenblog | Erster Schnee

Wir waren echt überrascht: richtig Winter im Wilden Garten.

Gartenblog | Wild Gardening | Rotkehlchen

Die Vögel freuen sich über die gute Futterversorgung.

Wild Gardening | Gartenblog | Bambus im Schnee

Gibt es etwas Schöneres als Bambus im Schnee? Hier links Fargesia murielae ‚Standing Stone‘ und rechts Phyllostachys nigra ‚Henonis‘.

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Oktoberfarben

Wild Gardening | Ein Garten in der Heide | Gartenblog | Hachonecloa

Oktober – einer der farbenprächtigsten Monate in unserem Garten. Ein wildes Spiel zwischen Leuchten, Verblassen und Dahinschwinden, zwischen herbstlich abgesofteten harmonischen Gartenbildern und einzelnen explodierenden Farbtupfern. Hier ein paar Bespiele aus den Staudenbeeten:

Wild Gardening | Ein Garten in der Heide | Gartenblog | Staudenbeet

Gräser sind für uns unverzichtbare Strukturbildner im herbstlichen Beet.

Wild Gardening | Ein Garten in der Heide | Gartenblog | Aster

Die Astern haben sich in diesem Jahr ungewöhnlich spät zur Blüte entschlossen.

Wild Gardening | Ein Garten in der Heide | Gartenblog | Zaun

Das gilt auch für die Goldaster (Chrysopis villosa).

Wild Gardening | Gartenblog | Ein Garten in der Heide | Staudenbeet Oktober

Verblühte Heleniums vor dem eleganten Achnatherum calamagrostis.

Aber nicht nur die Staudenbeete faszinieren momentan. Auch die Zeit der Vogelfütterung hat wieder begonnen. Die Meisen danken es uns gleich mit wilden Tänzen im Bambus.

Wild Gardening | Ein Garten in der Heide | Gartenblog | Kohlmeise in Bambus

Blaumeise balanciert in Fargesia spez. Jiuzhaigou 1.

Der Herbst ist natürlich immer ein Höhepunkt für Bäume und Sträucher – das Farbspiel jedes Jahr weit gespannt und einzigartig zugleich. Hier der Blick in den Obsthof:

Wild Gardening | Ein Garten in der Heide | Gartenblog | Blick in den Obsthof

Wild Gardening | Gartenblog | Ein Garten in der Heide | Lichtspiel Bergahorne und Stieleichen sorgen inzwischen für tüchtig Schatten im alten Obsthof. Die Ahornsämlinge tauchen wie von Zauberhand überall im Garten auf.

Auch unsere erst 2012 gepflanzte Parrotia persica bringt sich schon tüchtig ins herbstliche Farbspektakel ein. Noch so jung – und doch in Farbe und Habitus schon unverkennbar!

Wild Gardening | Ein Garten in der Heide | Gartenblog | Persisches Eisenholz

Unser Persisches Eisenholz (Parrotia persica) setzt einen kräftigen Akzent im Bambusgrün.

Einige Gehölze stehen jetzt bereits ganz ohne Laub da, zum Beispiel Euonymus planipes, Euonymus alatus, Betula utilis und verschiedene Ebereschen.

Wild Gardening | Ein Garten in der Heide | Gattenblog | Pfaffenhütchen

Farbenprächtige Früchte, aber kaum noch Blätter bei Euonymus alatus.

Wild Gardening | Ein Garten in der Heide | Gartenblog | Laub

Die Amerikanische Roteiche changiert zwischen fahlem Grün, leuchtenden Gelbtönen und Orangerot.

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Fauna und Flora in frühherbstlicher Stimmung oder: Wer hat die Birkenspitzen abgeknickt?

Beim morgendlichen Gartenrundgang Spinnenkunstwerke wohin man blickt, die ersten herbstlichen Farbtupfer am Großfrüchtigen Pfaffenhütchen (Euonymus planipes), reife Haselnüsse im Gras, leckere Brombeeren naschen – und dann das: Die junge Sandbirke (Betula pendula) war doch schon mal höher!? Näheres Hingucken bestätigt: Der Haupttrieb ist rund einen halben Meter unterhalb der Spitze abgeknickt. So stürmisch war es doch gar nicht … Noch genaueres Hingucken offenbart: Hier wurde subversiv nachgeholfen. An der Bruchstelle fehlt rundherum die Rinde. Auch an anderen Ästen sind die Wunden zu sehen – samt dem „Übeltäter“. Vespa crabro, eine Hornisse.

Eine Hornisse labt sich am zuckerreichen Birkensaft. Abgeknabbertes Holz wird ins Nest getragen und zum Wabenbau verwendet.

Seit vielen Jahren freuen wir uns darüber, dass unser Garten neben verschiedenen Bienen, Hummeln und Wespen auch Hornissen anzieht. Aber in keinem Jahr zuvor haben sich die friedlichen Fluginsekten mit derartigem Appetit auf die Birken gestürzt. Denn bei der einen gekappten Birke blieb es nicht. Nur wenige Tage später war der zweite junge Baum knapp einen halben Meter kürzer – und der Befund der gleiche.

Vespa crabro auf dem Weg zur Futterstelle.

Nun war unsere Neugier geweckt und wir untersuchten alle umliegenden Birken. Und siehe da: An fast allen Bäumen gab es hier und da die typischen Fraßspuren, teilweise schon vernarbt und „trockengefallen“.

Auch andere Insekten erfreuen sich an den freigelegten Saftquellen – nach unseren Beobachtungen stets im friedlichen Nebeneinander.

Unser Trost: Birken sind ja sehr regenerativ, die bringt so leicht nichts um. Mal schauen, wie sie die gefällten Haupttriebe wegstecken. In ihrem eigenen Interesse sollten die befruchteten Weibchen sicherstellen, dass diese leckere Futterquelle auch im kommenden Jahr noch zur Verfügung steht.

Die Planung fürs nächste Jahr ist bei den Zebraspinnen (auch Wespenspinnen genannt) zum Herbstanfang bereits fast abgeschlossen: Überall in den Wiesen – und bevorzugt an Sporobolus heterolepis – sieht man schon die tabaksbeutelähnlichen Kokons, in die das Weibchen ihre Eier legt. Hierin überwintern die Jungen, bevor sie sich im folgenden Frühling nach draußen wagen.

Eikokon von Argiope bruennichii – bei uns immer gerne im Prärie-Fallsamengras zu finden.

Eine weibliche Zebraspinne hat einen Grashüpfer erbeutet. Zu sehen ist auch das für die Art typische zickzackförmige Stabiliment im Netz.

Aber nicht nur die tierischen Bewohner im Wilden Garten sind noch höchst aktiv. Viele spätblühende Stauden erfreuen uns mit ihrem Farbenfeuerwerk, einige Astern warten noch mit der Blüte.

Phloxe gehören bei uns zu den ausdauerndsten Blühern, die Gelenkblumen Physostegia virginiana im Hintergrund stehen ihnen in nichts nach.

Auch Knautia macedonica treibt eine ordentliche Nachblüte.

Noch mehr Insekten: Eine Ackerhummel an den Blütenständen von Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm’.

Zwei Powerpakete im Verdrängungswettbewerb: Pleioblastus pumilus und Mentha x piperita ergeben ein hübsches Paar.

Jeden Herbst begeistern mich die kunstvoll skulpturalen aber hochgiftigen Früchte von Euonymus planipes.

Farbspektakel bei Euonymus planipes: Die orangen Samenmäntel hängen an der fünfflügeligen roten Fruchtkapsel.

Morgenstimmung im westlichen Teil des Wilden Gartens.

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Der Diskussionspunkt: die Ackerkratzdistel – schön oder nicht?

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Der Reiz von gemeinhin als Unkraut eingestuften Pflanzen ist für naturnahe Gärten nicht zu unterschätzen. Gerade durch sie entstehen oft die faszinierendsten Gartenakzente. So sind in unserem Garten Wilde Möhren (Daucus carota) inzwischen unverzichtbar geworden. Auch in diesem Jahr breiten sie sich besonders im Wilden Garten wieder tüchtig aus. Hinzu kommt, dass sie inzwischen sogar das eine oder andere ansonsten (meist) gepflegte Staudenbeet erobern – dies lässt eine durchaus gewünschte kleine rebellische Note entstehen, die, wenn sie nicht überhandnimmt, eine zarte blühende Verbindung zwischen dem Staudengarten am Haus und den Wilden Wiesen schafft. Das ist sozusagen unser Erfolgsmodell „Unkraut“.

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Daucus carota – eine Woge an Blüten im Wilden Garten

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Daucus carota – zarte, eingewanderte Tupfer im Staudenbeet

Aber nun ist ein anderes, fast immer als Unkraut im schlimmsten Sinne tituliertes Pflänzchen in unseren Fokus gerückt: die Ackerkratzdistel (Cirsium arvense). Bei Insekten ein wahrlich begehrtes Objekt. Schön sah es aus, als im Frühsommer all die Schmetterlinge über den Wilden Wiesen flatterten. Jetzt blühen dort nur noch wenige Distelexemplare in bezaubernd sanftem Lila – auch sie nach wie vor ein wahrer Insektenmagnet.

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Cirsium arvense – ein wahrer Insektenmagnet

Bisher haben wir die Ackerkratzdistel im Wilden Garten geduldet. Aber nun wollen wir die Wiesen abmagern, um in den kommenden Jahren noch mehr Artenvielfalt und Blühpower zu schaffen. Was also mit der Ackerkratzdistel tun?

Einmal im Jahr einfach mit abmähen. Klar. Doch eigentlich planen wir, die beiden großen Wiesenflächen immer erst im Herbst zu mähen, damit wir möglichst lange den Anblick wogender Gräser und Blüten genießen können.

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Die Wilden Wiesen im nordwestlichen Garten

Aber im Moment (die Wiesen sind ja qua Entschluss, siehe oben, noch nicht gemäht) tut die Distel genau das, was alle an ihr fürchten: Sie schickt ihre Samen in den Wind …

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Gefürchtet: die Samen der Ackerkratzdistel

… und breitet sich damit noch weiter aus. Aber genau das hat sie in einigen Bereichen der Wiesen durch ihre Wurzelausläufer schon mehr als genug getan – wie man sieht:

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Schön oder nicht?

Das schafft Diskussionspotenzial: Weg damit oder nicht? Das Problem: Die eine findet es schön, die andere nicht. Glücklicherweise haben wir zwei Wiesen. Schließlich ist unser Garten ja auch so etwas wie ein Experimentierfeld. Nun wird die eine Fläche also ab nächstes Jahr ackerkratzdistelfrei gehalten – eine Menge Aufwand: Hier hilft nur mehrmaliges frühes Ausstechen der Pflanzen über Jahre. Die andere Wiese darf weiter Ackerkratzdisteln beherbergen. Da die Samen der Ackerkratzdistel offene Erde bevorzugen, um sich  anzusiedeln, haben wir vielleicht eine Chance, dass der Plan mit den beiden Flächen – eine mit, eine ohne – aufgehen könnte. Schaun wir mal. Wir sind gespannt …

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