Dürre, Dörrobst und Durchhalter

Inzwischen kann man selbst bei noch so viel gutem Willen nicht mehr darüber hinwegsehen. Alle Grasflächen – so sie nicht im Teilschatten und an den feuchtesten Stellen im Garten liegen – sind vertrocknet. Das triste Braunbeige wird lediglich von einigen tapferen grünen Standhaften unterbrochen: Wegerich und Löwenzahn, die mit ihren tiefgehenden Wurzeln noch in Sphären an das überlebenswichtige Nass gelangen können, welche für viele Gräser nicht mehr erreichbar sind. Für die Statistikfans: Bis dato fielen bei uns 19,5 mm Regen im August – also quasi nix.

Da avanciert Spitz-Wegerich (Plantago lancelota) plötzlich zum Eyecatcher im Rasen – bzw. in dem was davon übrig blieb
Quercus palustris läutet schon mal den Herbst ein. Viele Bäume, Sträucher, Gräser und auch andere Pflanzen reagieren mit Blattrollen und frühzeitigem Laubabwurf auf die Trockenheit. Bloß die Verdunstungsfläche minimieren, lautet die Devise
Ist verbrannt und sieht auch so aus: Beim Anblick von Cotinus coggygria ‚Golden Spirit’ könnte man denken, jemand hat ein Feuerzeug an die dünnen Blätter gehalten. Dennoch stehen die extrem trocken- und hitzeverträglichen Perückensträucher noch sehr gut da. Bei den dunkelblättrigen Sorten ‚Royal Purple’ und ‚Grace’ ist das Laub zudem in tadellosem Zustand
Auch Rosa rugosa, die Kartoffel- oder Apfelrose, stellt ihre Anspruchslosigkeit zurzeit erfolgreich unter Beweis. Weder hohe Temperaturen, geringer Niederschlag noch ärmster Sandboden beeinträchtigen ihr vitales Ausschlagvermögen. Lediglich einige Hagebutten erinnern etwas an Dörrobst
Deutlich mehr gestresst zeigt sich ganz klar unser geliebtes Riesengras. Wenn selbst Fargesia rufa und einige Phyllostachys die Blätter rollen, dann heißt das: Jetzt wird es wirklich eng! Bei den Phyllostachys (im Bild P. vivax ‚Huangwenzhu’ und P. aureosulcata ‚Aureocaulis’) bleiben sogar viele der – ohnehin nur wenigen ­– neu ausgetriebenen Halme auf ein/zwei Meter Höhe stehen und vertrocknen langsam. Dagegen kann man nicht angießen
Eine clevere Hitzestrategie hat dieser Grasfrosch entwickelt: Er wartet in einer zwischen großen Pflanzentöpfen stehenden – und etwas ins Pflegevergessen geratenen – Wasserschale auf bessere Zeiten
Die Wasserpflanzen gehören in diesem Sommer auf jeden Fall zu den entspannten Vertretern des Grüns – zumindest, wenn ihr Trog, Topf, Teich regelmäßig aufgefüllt wird. Hier geben Typha minima und Lysimachia nummularia ‚Aurea’ ein schönes Paar
Wir hatten in diesem Jahr ja schon über einige Salbeineuzugänge berichtet. Jetzt sind noch zwei weitere hinzugekommen. Salvia ‚Amistad’ überzeugt mit dunklen, samtig-violetten Blüten bis zum ersten Frost und duftigem Laub. Zum Thema Frost: Da die Pflanze bei uns nicht ausreichend winterhart ist, empfiehlt sich die Kultivierung im Topf mit frostfreier Überwinterung
Das gilt auch für Salvia ‚Indigo Spires’, deren aromatisch riechende Blätter mit ihren bläulich-lila schimmernden Stielen, Mittelrippen und Adern bereits eine Attraktion für sich sind
Weder winterliche Kälte noch sommerliche Hitze bringen hingegen Achillea millefolium in Bedrängnis. Die Schafgarben trotzen souverän der Dürre und sorgen für rot-rosa-weiß-grüne Farbtupfer im Wiesenbraun, die das des Gießens langsam müde werdende Gärtnerinnenherz erfreuen. Ach ja, ich geh dann besser gleich mal wieder raus an den Schlauch …
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