Das Wetter

Die Beziehung zwischen Garten und Wetter ist naturgegeben – und für uns Gärtnerinnen ein echtes Dauerthema. Das haben die letzten Posts ja auch schon deutlich gezeigt. Doch in diesem Jahr war das Wetter wirklich derart speziell, dass wir hier noch einmal näher darauf eingehen möchten.

Denn unser Garten ist wetterbedingt quasi „explodiert“. Ein kurzer, warmer Vorfrühling. Ein Sommer mit viel, viel Regen (wir hatten Ende September schon so viel Niederschlag zu verzeichnen wie im ganzen Jahr 2016), angenehme, nicht zu heiße Temperaturen. Der Herbst? Nun ja, er wirkt wie ein verlängerter Sommer 2017: Regen, ganz wenige goldene Sonnentage, oft bewölkt, milde Temperaturen – bringen wir es auf den Punkt: allerbestes Bambuswetter.

Doch nicht nur der Bambus hat profitiert von der permanenten Feuchtigkeit von oben. Auch die Bäume und Sträucher legten einen enormen Wachstumsschub hin. Endlich mal ausreichend Wasserzufuhr im sonst so trockenen Heidesandboden.

Zahlreiche Regentropfen hängen wie kleine Diamanten an den Astern

Wir gärtnern in unserem Wilden Garten seit gut zehn Jahren. Mit diesem Jahr tritt – befeuert durch das feuchte Wetter – für uns ein deutlich wahrnehmbarer Umschwung ein. Bisher haben wir viel rein gepackt: Staudenbeete angelegt, Strauch- und Heckenborder sowie Bäume angepflanzt, Bambusareale geschaffen, Wiesengebiete definiert. Jeder Gartenrundgang zeigt uns jetzt: Nun dürfen wir im Zaum halten, rausnehmen, umsetzen, Bereiche freihalten. Das wird für uns zahlreiche neue gärtnerische Erfahrungen mit sich bringen.

Der Bambuswald an der westlichen Grundstücksgrenze hat richtig Form angenommen und macht jetzt seinem Namen alle Ehre: hinten im Sonnenkegel Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis’ und rechts daneben Ph. vivax ‚Huangwenzhu’, links im Schatten Ph. nigra ‚Boryana’, im Vordergrund: Fargesia rufa und Farg. denudata ‚Lancaster 1’. Ganz vorne im beeindruckenden Herbstfarbenspiel: Persisches Eisenholz (Parrotia persica)

Ein Blick von oben: Die Gartenareale füllen sich. Links in der Mitte noch nicht gemähte Wildwiese mit dem schon deutlich entblätterten Birkenhain; die rechte Wiese ist bereits gemäht. Im Vordergrund: die Staudenbeete beim Haus, deutlich herbstlich angehaucht

Die letzten Tage haben uns erneut mit ausreichend Niederschlag versorgt, Sonnentage gab es aber (für die Seele) auch ein paar. Dabei entstanden diese Bilder aus einem zunehmend bunten Herbstgarten:

Detailaufnahme der überwältigenden Gelb-Rot-Magenta-Nuancen von Parrotia persica. Hier die Sorte ‚Vanessa’

Immer ein echter Hingucker: Cercis canadensis ‚Forest pansy’. Die stark besonnten Bereiche verfärben sich schon orange

Mit die intensivste Herbstfärbung im Garten zeigt der Essigbaum Rhus typhina. Ein starker Läufer. Wir haben inzwischen (im Moment noch sehr willkommen, wann das wohl kippen mag?) zahlreiche kleine und größere Jungbäume

Auch unser Perückenstrauch Cotinus coggygria ‚Grace’ hat dieses Jahr einen mächtigen Wachstumsschub hingelegt. Ob die langen Äste den Herbst- und Winterstürmen standhalten?

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2 Kommentare zu Das Wetter

  1. Wild Gardener sagt:

    Liebe Theresa,

    ja, wir setzten auch auf das nächste Jahr und sind schon ganz gespannt. Glücklicherweise geht es ja im Garten immer weiter und er wird nie fertig … und wir dürfen immer weiter gärtnern 🙂

    Lieber Gruß, Elke

  2. Theresa sagt:

    Hallo,
    tja das Wetter in diesem Jahr war wirklich eine Herausforderung. Euer schöner wilder Garten hat von dem Wetter offenbar profitiert. Das sieht alles wunderbar üppig aus. Bei uns war es leider manchmal etwas zuviel, trotz Sandboden ist der Grundwasserspiegel stark gestiegen und unsere Bäume haben gelitten. Nun ja, im nächsten Gartenjahr warten sicher wieder ganz andere Herausforderungen, das ist ja das Schöne am Gärtnern, die ständige Veränderung.
    Liebe Grüße Theresa

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