April, April …

Das war die spontane Eingebung für die Überschrift unseres Posts in diesem Monat. Und ehrlich gesagt: Eine passendere gibt es auch kaum. Nachdem der März uns – und die Pflanzen – ja schon mit teils sommerlichen Temperaturen verwöhnt hatte, machte der April dem alten Sprichwort alle Ehre und machte täglich, was er wollte. Das hieß bei uns in der Nordheide: Wieder mal tüchtig viel Wind mit Sturmböen, regelmäßig Nachtfrost und fast täglich ein Mix aus Sonne, Wolken, Regen, plus ab und an Graupelschauer mit seltenen Schneeflockeneinlagen. Das bekam bei uns im Garten nicht allen Pflanzen gut (nur den Regen haben alle goutiert). Sensible Kandidaten im Topf wurden regelmäßig rein und raus getragen, Eimer über kleinere Schätzchen im Beet gestülpt (reicht leider auch nicht immer aus) und Vliese drapiert. Aber größeren Gewächsen kann man ab einem gewissen Punkt nicht mehr – bzw. nur noch mit exorbitantem Aufwand – helfen. Also: Augen zu und durch. Und auf die regenerative Energie des meisten Grüns setzen.

Überall in der Nachbarschaft sind die weißen Blütenwolken der Schlehen deutlich früher zu sehen, als bei uns. Dafür erfreut uns Prunus spinosa dann umso länger damit

Ein Neuzugang bei uns ist Lonicera caerulea var. kamtschatica, die Kamtschatka-Heckenkirsche. Die ersten Beerenansätze (nicht im Bild) sind bereits zu sehen. Sie reifen schon im Mai/Juni. Daher hat sich auch der Name Maibeere eingebürgert

Frühe weiße Blütenfülle schenkt uns Amelanchier lamarckii – immer wieder ein schöner Anblick

Kein schöner Anblick: die zum Teil erfrorenen Blätter von Ceridiphyllum japonicum. Dem Katsurabaum wird hier regelmäßig sein früher Austrieb zum Verhängnis. So sehr man sich über den leckeren Lebkuchengeruch freut, der den fallenden Blättern nach dem ersten Frost im Herbst/Winter entströmt – hat man diesen Duft im Frühjahr in der Nase, weiß man, noch bevor man das Elend sieht, was die Stunde geschlagen hat …

Dieser Duft hingegen versüßt einem die kalte Jahreszeit bis in den Frühling: Lonicera x purpusii blüht manchmal den ganzen Winter durch. Den Insekten sind die zeitigen Blüten ebenfalls sehr willkommen

Auch kein schöner Anblick: einige Halme von Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu’ haben sich in die Waagerechte begeben. Was ist da los? Reichten die stürmischen Böen aus, sie halb aus dem Rhizom zu brechen oder haben da noch andere nachgeholfen? Wühlmäuse haben im Wilden Garten schon drei Bambusse auf dem Gewissen. Hier sieht es allerdings so aus, als seien sie unschuldig

Beim Blick auf die Wiese zaubern einem dann aber die reizenden Blüten der Feld-Hainsimse doch wieder ein Lächeln auf die Lippen. Die Bestände von Luzula campestris breiten sich durch unterirdische Ausläufer immer weiter aus. Womit ein Bogen zu den leptomorphen Bambusarten geschlagen wäre

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Frühjahr abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu April, April …

  1. Wild Gardener sagt:

    Hallo Dani,
    ja, da kann man wirklich nur sagen: Augen zu und durch. Mit jedem Tag wird deutlicher, wie groß der Schaden wirklich ist. Unsere Hortensien sehen auch schlimm aus. Selbst bei unserem Blauregen am Haus ist dieses Jahr erstmals die gesamte Blüte erfroren – wie schade! Aber vielleicht dürfen wir uns dann dieses Jahr einfach an anderen Gartenschönheiten erfreuen.
    Liebe Grüße aus der Heide

  2. Dani sagt:

    Augen zu und durch auch in meinem Garten!
    Zum Glück sieht die Kamtschatka Heckenkirsche sehr gesund und munter aus, schön.
    Bei mir hat es die ersten zarten Hortensienblüten erwischt und alles in Matsch verwandelt. Jetzt warte ich zumindest mit dem Abschneiden, bis die Temperaturen wieder etwas stabiler sind.
    Liebe Grüße
    Dani

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.