Novembermorgen

Temperaturen im Minusbereich und immer wieder minutenlang Sonne – da lohnt ein früher Rundgang durch den Garten. Also Jacke an, Schreibtisch kurz ausblenden und neugierig schauen, was die frostige Nacht so angerichtet hat. Eingeschlagen wird auch diesmal DIE obligate Route, klar.

Stieleichen und amerikanische Roteichen haben sich am alten Obsthof schon zu recht stattlicher Größe entwickelt. Sehr zur Freude der Vögel, der Eichhörnchen und anderer Tiere, welche die Bäume als Brutplatz, Nahrungsquelle und zum Schutz vor Wind und Wetter nutzen

Die großen Laubbäume spenden dort tüchtig Schatten – kein optimaler Standort mehr für Zwetschgen und Äpfel. Aber die in die Jahre gekommenen Obstbäume tragen dennoch überraschend üppig

Schattenspiel an Miscanthus x giganteus

Hakonechloa macra ist ein Gewinn für jeden Garten. Ob im Topf oder im Beet: Dieses wunderschöne Gras bleibt bis weit in den Winter hinein ein attraktiver Hingucker mit seinen sich kaskadenartig ergießenden Blättern und zarten Blütenständen. Neben der reinen Art mit grünem Laub (wie hier im Bild) sind verschiedene Sorten im Handel, u. a. mit goldgelben Blättern oder gelbgrün gesteift

Hopfen (Humulus lupulus) eignet sich bestens zur schnellen Begrünung von Mauern und Zäunen etc. Er treibt jährlich neu aus, die vertrockneten Alttriebe sollte man zurückschneiden. Es sei denn, es ist ein dichtes Dickicht gewünscht. An unserer Garage gibt er sich auch mit sehr wenig Sonne zufrieden und gedeiht prächtig. So prächtig, dass man seinen Ausbreitungsdrang alljährlich etwas bändigen muss

Die herzförmigen Blätter von Cercis canadensis ‚Forest Pansy’ leuchten jetzt in den verschiedensten Orange- und Rottönen – was besonders vor dem gelbgrünen Laub der Stieleiche gut zur Wirkung kommt

Zu den beeindruckendsten Herbstfärbern zählen auch viele Berberitzen, hier Berberis thunbergii ‚Harlequin’

Der Raureif akzentuiert nicht nur die Blätter von Cotinus coggygria ‚Royal Purple’ – auch die filigranen, perückenartigen Fruchtstände, denen der Perückenstrauch seinen Namen verdankt, werden durch den Frost verzaubert

Das Laub von Cotinus coggygria ‚Grace’ färbt heller scharlachrot bis orange

Und noch mehr Rottöne: Quercus palustris

Die Stars dieses Raureifgemäldes sind (v. l. n. r.) Spirae billardii ‚Triumphans’, Calamagrostis brachytricha, Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm’ und Panicum virgatum ‚Shenandoah’. Alleine wegen solcher Bilder findet bei uns der Staudenrückschnitt immer erst Ende Februar statt

Und dann heute Morgen das: Der erste Schnee der Saison verwandelt die Gartenlandschaft auf ein Neues. Blick in den Kreuzgarten …

… und auf den Bambus vor den Fichten. Beide Aufnahmen aus der warmen Bibliothek heraus – fernab DER Route

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