Satte Sommerträgheit

Großzügige Regenmengen im Juni (124 mm) und Anfang Juli lassen unseren Garten trotz Temperaturen um die 30 Grad immer noch satt, üppig und auch etwas träge erscheinen. Oder liegt es nur daran, dass die inzwischen recht abgeblühten Wiesen noch nicht gemäht sind? Die Trägheit hat sich auf die Gärtnerinnen übertragen … „Schuld“ ist nicht nur die schwüle Witterung: Unser Projekt „wir spalten während der Sommermonate nebenbei noch kurz das Holz von 30 solide großen Eichen, Birken und Robinien für den Ofen“ stellt sich doch als nicht ganz mal so eben nebenbei zu erledigen heraus. Was natürlich zu erwarten war! Aber in der anfänglichen Euphorie geht man ja gerne von idealistischen Vorstellungen wie „nach Feierabend einfach kurz noch mal zwei bis drei Stunden ran ans Holz, das schafft was weg“ aus – klappt nicht, ist klar …

Abbild des Hochsommers: Origanum vulgare und Hypericum perforatum in den inzwischen etwas abgeblüht daherkommenden Wiesen

Die Beete sehen zum Glück noch deutlich saftiger aus. Hier ein Zusammenspiel aus Sanguisorba tenuifolia ‚Purpurea’, Sanguisorba ‚Cangshan Cranberry’, Thalictrum rochebruneanum, Astrantia major ‚Shaggy’ und diversen Gräsern (vorne rechts Achnatherum calamagrostis mit seinen schönen bogig geneigten Blüten-„Federn“)

Wiesenrauten verzaubern jede halbschattige Gartenlage mit ihren filigranen Blütenrispen – genügend Bodenfeuchte vorausgesetzt. Thalictrum delavayi samt sich bei uns gut aus und setzt mit ihren bis zu 1,80 Metern Höhe zart-schwebende vertikale Akzente

Eine reizvolle Begleiterin im Halbschatten ist die Herbstanemone Anemone hupehensis ‚Septembercharme’

Fühlt sich schon seit Jahren in einem großen Wasserkübel wohl: der Zwerg-Rohrkolben. Während der obere männliche Teil des Blütenstands von Typha minima kaum noch sichtbar ist, halten sich die weiblichen walzenförmigen Fruchtstände darunter deutlich länger auf ihren schwankenden Halmen

Apropos Wohlfühlen. Eine nicht näher spezifizierte Solidago-Hybride breitet sich in diesem Beet tüchtig aus und rückt Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm’ doch sehr nah. Da gilt es, demnächst energisch einzugreifen

Erst seit August 2015 ist Agastache ‚Black Adder’ eingezogen. Die dunkle Blaunessel braucht noch etwas Zeit, um sich zu etablieren – erfreut mit ihren hübschen Blütenkerzen aber bereits zahlreiche Insekten

Bietet nicht nur Nahrung, sieht auch gut aus: Das Blauviolett der Blüte von Buddleja ‚Lochinch’ harmoniert perfekt mit dem Blauton auf den Flügeln des Tagpfauenauges

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2 Kommentare zu Satte Sommerträgheit

  1. Head Gardener sagt:

    Hallo, Silke,

    danke für Deinen netten Kommentar. Du machst uns ja Mut 😉 Wir sind wild entschlossen, den restlichen Holzstapel bis zum Ende der kommenden Woche VOLLSTÄNDIG abzubauen, d. h. zu spalten und schön aufzuschichten. Damit dieser ambitionierte Plan auch Realität wird, haben wir allerdings eine Woche Gartenferien anberaumt. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. Drück mal die Daumen! Dann kann es endlich wieder ans richtige Gärtnern gehen.

    Genieße den Sommer und viele Grüße ins Wendland aus dem Wilden Garten

  2. Hallo,
    tolle Bilder, sie sehen richtig nach einem entspannten Sommerabend aus.

    Bei Eurer Holzspaltgeschichte musste ich schmunzeln. Wir habe anfang diesen Jahres auch ca. 6 Wochen lang zwei Mal die Woche Holz gesägt, gespaltet und weg geräumt – sehr anstrengend. Den Rest wollten wir dann so nach und nach fertigmachen. Was soll ich sagen, das Zeug liegt immer noch im Carport.

    Viele Grüße aus dem Wendland
    Silke

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