Süß, aber …

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Geplant war es, in diesem Mai-Post Eindrücke und Fotos über unsere nur wenige Tage zurückliegende Gartenreise in die Niederlande zu posten. Das haben wir aus aktuellem Anlass auf später verschoben (wir dachten dabei an die nicht so aufregenden und nicht so arbeitsintensiven Wintermonate). Denn als wir aus dem Urlaub zurückkamen, wartete eine kleine Überraschung auf uns.

Apropos Urlaub: Der ist ja für uns Gärtnerinnen eh so ein Ding. Natürlich will man was von der Welt und den vielen anderen inspirierenden Gärten dort draußen sehen. Nur wann? Im Winter, wenn es im eigenen Garten wenig zu tun gibt, fühlt sich Urlaub machen am besten an. Es kann im eigenen Garten nichts „anbrennen“ und man kann frohgemut gerne auch wochenlang verreisen. Aber wohin? Im Winter lohnen unter gärtnerischen Gesichtspunkten eher ferne Regionen: Nordafrika, Asien … Ziele gibt es in der Welt zuhauf. Will man sich aber gerade aus der näheren Umgebung (England, Niederlande, Frankreich, Italien, Spanien und, und, und) Inspiration holen, dann sollte man schon im Frühjahr, Sommer oder Herbst losziehen. Aber was ist dann mit dem eigenen Garten? Zum Glück gibt es Freunde (danke, Babsi!), die sich liebevollst um das Gießen und um vieles, vieles andere kümmern. Aber … Natürlich kann und will man nicht erwarten, dass diese dann auch noch Rasen mähen, Hecke schneiden, Unkraut jäten, also all die Dinge tun, die man selbst in dem Zeitraum getan hätte, weil man ja mit den Jahreszeiten lebt und gärtnert … Kurzum, kommt man aus dem Urlaub wieder, landet man im heimischen Dschungel. Ein Preis, den man zahlen muss, wenn man sich Garten und Urlaub gönnt. Weiß man. Macht man so. Ist dann auch okay.

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So sieht es nach dem Urlaub aus …

Nebenwirkungen gibt es also immer. Was wir jedoch vergangene Woche bei unserer Rückkehr und die Tage darauf erleben durften, war anders – irgendwie reizend, aber doch auch zum Zähneknirschen. Als wir unsere erste nachurlaubliche Garteninspektionsrunde machten, trafen wir auf ein kleines Rehkitz – niedlich eingepolstert im Bambus. Die Mutter hatte es dort sicher abgelegt, um es dann nachts zu füttern. Tagsüber streifte sie selbst umher, um Futter für sich zu suchen.

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Erster gemeinsamer Rundgang

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Der Garten wird aufmerksam erkundet.

Ja, natürlich haben wir einen Zaun. Gegen Rehe kann schließlich niemand angärtnern. Unserer ist zwar keine 1,80 Meter hoch, aber er hält mit seinen 1,40 in der Regel zuverlässig ganzjährig Rehe ab. Doch in diesem Fall war wohl das Bedürfnis nach Schutz größer als die Abwehrwirkung unseres Zauns. Und die Ruhe im beurlaubten Grundstück einfach zu verlockend. Die Rehmutter und das Kitz zogen ein. Wir waren natürlich verzückt. Doch, es war nicht nur ein Kitz. Es waren zwei. Eine andere Ricke hatte ihr Kleines ebenfalls (an anderer Stelle) in unserem Garten deponiert. Die Verantwortung wuchs. Was tun, damit die Kleinen gut geschützt waren, wenn ihre Mütter tagsüber unterwegs sind? Wie schafft man es, dass die Kitze – wir waren ja nun wieder da – nicht in Panik verfielen und verzweifelt einen Ausgang aus dem Garten suchen und hektisch am Zaun entlang irren, wenn sich eine Störung durch unerwartete Besucher ergab?

Wir öffneten die Tore nach hinten zum Feld. Sind ja nur ein paar Tage, bis die Kleinen mit den Müttern von dannen ziehen … Aber ein paar Tage reichen … Schon in der ersten Nacht kam ein Rehbock vorbei und wetzte sein Geweih an Bäumen und Sträuchern … Und Hunger hatten die ja dann alle auch noch … Zum Glück sind die Mütter mit den Kitzen inzwischen ausgezogen, die Tore sind wieder zu. Alles darf nachwachsen. Reizend war es aber ja doch.

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Rehbockschaden an jungem Essigbaum (Rhus thypina)

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Himalaya-Birke (Betula utilis var.  jacquemontii) nach Bearbeitung durch den Rehbock

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Der Verursacher des Schadens guckt in die Nachtkamera. Von Schuldbewusstsein offensichtlich keine Spur …

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Hier hats geschmeckt!

PS: Gut, dass die Rosen noch nicht blühen 🙂

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2 Kommentare zu Süß, aber …

  1. Wild Gardener sagt:

    Hallo Silke,

    ganz lieben Dank für Deine netten Worte. Ja, wir verstehen die Rehe auch sehr gut – und gerne würden wir noch mehr Raum mit ihnen teilen. Was wir auch einige Jahre getan haben. Aber dann kam der Punkt, wo wir gemerkt haben, dass man gegen Rehe einfach nicht angärtnern kann. Uns so wurde ein Teil des Gartens zur „rehfreien Zone“ erklärt. Wie gut das funktioniert, sieht man ja … 🙂

    Viele Grüße ins schöne Wendland aus dem Wilden Garten

  2. Hallo,
    ich kann die Rehe gut verstehen – ich würde auch in Euren tollen Garten einziehen wollen, wenn ich in der Nähe ein Quartier suchen würde!

    Viele Grüße aus dem Wendland
    Silke

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