The Garden Tour

„When I arrive in my garden, I Make The Tour.“

1932 hat Beverley Nichols diesen Satz geschrieben. In „Down The Garden Path“ – ein Klassiker der Gartenliteratur. Amüsant, kenntnisreich und very, very British!

„Is this a personal idiosyncracy, or do all good gardeners do it?“

Also, ich tu es. Alleine oder mit anderen. Und ich tue es immer auf die gleiche Art.

„There are certain very definite rules to be observed when you are Making The Tour.“ 

Oftmals habe ich mich gefragt, ob eine Art Zwangsverhalten hinter meinem Wunsch steht, den Garten nach einem immer gleichen Muster zu durchstreifen und zu durchschreiten.

„The chief rule is that you must never take anything out of its order.“

Abweichungen von der herkömmlichen Garten-Tour fühlen sich falsch an. Grundfalsch. Irgendetwas stimmt dann nicht. Man kann zwar nicht genau sagen was, aber es geht auf gar keinen Fall.

Da müssen auch Gartenbesucher durch. Oft verspürt man bei ihnen den Wunsch, sich einfach nur durch die Flächen unserer verschiedenen Gartenteile treiben zu lassen. Nichts da. Die Tour bestimmt die Dramaturgie des Gartens, sie setzt Höhepunkte, jahreszeitliche Akzente und kleine Sensationen. Und: Sie präsentiert sich jeden Tag anders …

„However, it had to be done.“

Wir starten immer am Eingang des Hauses – wir nennen diesen Bereich nur „Dschungelhausen“: Bambusse (Borindas), Riesen-Chinaschilf (Miscanthus x giganteus), diverse Farne, Neuseeland-Windgras (Anemanthele lessoniana) und Japanwaldgras (Hakonechloa macra) teilen sich mit Hortensien diesen schattigsten Teil unseres Gartens.

Auch die Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa) ist hier im Moment ein imposanter Blickfang.

Gegenüber powern die Flammenblumen – was für ein Phloxjahr!

Mit dem Betreten des „Kleinen Gartens“ – ehemals der Gemüsegarten des Hauses – kommt die Sonne ins Spiel. Hier prunken im Staudenbeet (2009 gepflanzt) Fargesia spez. ‚Jiuzhaigou 1’, Wasserdost (Eupatorium purpureum subsp. Maculatum ‚Purple bush‘) – für uns erstaunlich, dass er in unserem trockenen Sand immer wieder eine außerordentlich gute Figur macht –, Helenium ‚Baudirektor Linne‘ und das Silberährengras (Achnatherum calamagrostis).

Dieser Heleniumpulk hat sich in den letzten Jahren selbst ausgemendelt – sie haben dieses Jahr unter der Trockenheit des Sommers erheblich gelitten. Trotzdem immer wieder schön.

Betreten wir den „Wilden Garten“: Der Judasbaum (Cercis canadensis) vor den „Augen“ begrüßt im Moment noch im Sommergewand. Aber der Herbst deutet sich in der Färbung schon leicht an.

Einer der immer wieder zutiefst bewunderten Stars im „Wilden Garten“ – die Wilde Möhre (Daucus carota).

Die Halbmond-(Strauch)-Border im „Wilden Garten“: Ab 2010 gepflanzt, gleicht sie bald einem „Meer“ aus Sanddorn (Hippophae rhamnoides ‚Leikora’, ‚Pollmix’ und ‚Vitaminhochzeit’), der sich dort fröhlich zwischen den anderen Sträuchern ausbreitet und jetzt schon gute Höhen erreicht.

Die Rotblättrige Rose (Rosa glauca) hingegen weiß noch nicht, ob sie sich bei uns so recht wohlfühlen soll. Wir warten ab.

Der Sitzplatz bei der Feuerstelle. Den im Frühjahr gepflanzten Großfruchtigen Waldhaseln  (Corylus avellana ‚Rotblättrige Zellernuss’) hat der trockene Sommer doch sehr zugesetzt. Dagegen leuchten die beiden Blutpflaumen (Prunus cerasifera ‚Nigra’) an.

Dem Bambus (hier Phyllostachys bissetii) hat der feuchte Mai extrem gut getan. Erst zwei Jahre in der Erde, rennt er zielstrebig los. Hier darf er.

Unterwegs schweift der Blick zu der Wilden Wiese. Nur wenig davon blieb nach dem diesjährigen Experiment „Sommermahd“ stehen. Wir haben gleich drauf beschlossen: Nächstes Jahr bleibt wieder alles stehen! Ist einfach schöner.

An der nordwestlichen Ecke des Gartens erblühen momentan die Stauden-Sonnenblumen, die in diesem Garten einfach schon immer da waren – vor der Kunst von Jan Christoph Amelung.

Seit diesem Jahr zeigt auch der kleine Hain aus Himalaya-Birken (Betula utilis var. jacquemontii) Präsenz.

Noch kann er allerdings nicht gegen den Bambushain antreten (hier Phyllostachys humilis vor Ph. aureosulcata ‚Aureocaulis’) … Davor unsere im August/September allgegenwärtigen „wilden“ Sonnenblumen.

Im „Kreuzgarten“ geht es ebenfalls wild zu: Hier setzt der Wiesenknopf (Sanguisorba) Akzente in einem der vier Beete.

Phyllostachys nigra ‚Henonis’ überzeugt bei uns durch seine erstaunliche Winterhärte. Da die Pflanze dicht am Haus steht, wird sie durch eine Rhizomsperre begrenzt.

Die Astern (Aster pyrenaeus ‚Lutetia’ und Aster amellus ‚Rudolph Goethe’) im Staudenbeet haben ebenfalls sehr gelitten unter der Sommertrockenheit. Und dann war da noch eine Wühlmaus … Im Abendlicht trotzdem schön.

Das Staudenbeet verschwindet hier hinter der etwas empfindlichen Buddleja davidii ‚Black Knight’.

Ein letzter Blick auf das Staudenbeet im „Kleinen Garten“. Unsere Tour ist hier zu Ende.

Muss immer mit: Luisa (genannt Schnütchen) – unsere wahre Gartenbesitzerin!

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