April, April …

Das war die spontane Eingebung für die Überschrift unseres Posts in diesem Monat. Und ehrlich gesagt: Eine passendere gibt es auch kaum. Nachdem der März uns – und die Pflanzen – ja schon mit teils sommerlichen Temperaturen verwöhnt hatte, machte der April dem alten Sprichwort alle Ehre und machte täglich, was er wollte. Das hieß bei uns in der Nordheide: Wieder mal tüchtig viel Wind mit Sturmböen, regelmäßig Nachtfrost und fast täglich ein Mix aus Sonne, Wolken, Regen, plus ab und an Graupelschauer mit seltenen Schneeflockeneinlagen. Das bekam bei uns im Garten nicht allen Pflanzen gut (nur den Regen haben alle goutiert). Sensible Kandidaten im Topf wurden regelmäßig rein und raus getragen, Eimer über kleinere Schätzchen im Beet gestülpt (reicht leider auch nicht immer aus) und Vliese drapiert. Aber größeren Gewächsen kann man ab einem gewissen Punkt nicht mehr – bzw. nur noch mit exorbitantem Aufwand – helfen. Also: Augen zu und durch. Und auf die regenerative Energie des meisten Grüns setzen.

Überall in der Nachbarschaft sind die weißen Blütenwolken der Schlehen deutlich früher zu sehen, als bei uns. Dafür erfreut uns Prunus spinosa dann umso länger damit

Ein Neuzugang bei uns ist Lonicera caerulea var. kamtschatica, die Kamtschatka-Heckenkirsche. Die ersten Beerenansätze (nicht im Bild) sind bereits zu sehen. Sie reifen schon im Mai/Juni. Daher hat sich auch der Name Maibeere eingebürgert

Frühe weiße Blütenfülle schenkt uns Amelanchier lamarckii – immer wieder ein schöner Anblick

Kein schöner Anblick: die zum Teil erfrorenen Blätter von Ceridiphyllum japonicum. Dem Katsurabaum wird hier regelmäßig sein früher Austrieb zum Verhängnis. So sehr man sich über den leckeren Lebkuchengeruch freut, der den fallenden Blättern nach dem ersten Frost im Herbst/Winter entströmt – hat man diesen Duft im Frühjahr in der Nase, weiß man, noch bevor man das Elend sieht, was die Stunde geschlagen hat …

Dieser Duft hingegen versüßt einem die kalte Jahreszeit bis in den Frühling: Lonicera x purpusii blüht manchmal den ganzen Winter durch. Den Insekten sind die zeitigen Blüten ebenfalls sehr willkommen

Auch kein schöner Anblick: einige Halme von Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu’ haben sich in die Waagerechte begeben. Was ist da los? Reichten die stürmischen Böen aus, sie halb aus dem Rhizom zu brechen oder haben da noch andere nachgeholfen? Wühlmäuse haben im Wilden Garten schon drei Bambusse auf dem Gewissen. Hier sieht es allerdings so aus, als seien sie unschuldig

Beim Blick auf die Wiese zaubern einem dann aber die reizenden Blüten der Feld-Hainsimse doch wieder ein Lächeln auf die Lippen. Die Bestände von Luzula campestris breiten sich durch unterirdische Ausläufer immer weiter aus. Womit ein Bogen zu den leptomorphen Bambusarten geschlagen wäre

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5 Gärten in den Niederlanden, die gerade im Frühling einen Besuch lohnen

Wir haben in den vergangenen Jahren mit großem Spaß viele Gärten und Gärtnereien in den Niederlanden besucht. Unsere Favoriten für einen Frühlingstrip möchten wir hier mit Euch teilen.

Die Niederlande im Frühling – das heißt natürlich Tulpen, aber eben bei Weitem (!) nicht nur Tulpen.

Keukenhof

Einmal (im Gärtnerleben) sollte man eintauchen in diesen unvergleichlichen Farbenrausch. Der Keukenhof ist ein echtes Geophyten-Spektakel – rund 7 Millionen Blumenzwiebeln machen es möglich. Es ist bunt-bunt-bunt, es ist überbordend, es ist überwältigend – und es ist wirklich voll! Etwa 800.000 Besucher kommen jedes Jahr nach Lisse in die Provinz Südholland, um diese Tulpenfülle und ihre explosiven Farbspiele zu bestaunen – je nach Wetterlage zwischen Mitte März und Ende Mai.

Wahrscheinlich eines der häufigsten Fotomotive: die Windmühle (Aussichtsplattform) des Keukenhofs mit den viel bewunderten in Streifen angeordneten Tulpenbeeten außerhalb des Gartengeländes

Tulpenbeete im Keukenhof: mal knallig

Mal fein abgestimmt

Immer wieder gibt es auch Raritäten zu bewundern: hier Tulipa acuminata

 

Jac. P. Thijssepark

 Ein echter Kontrast zum Touristenmagnet Keukenhof ist der Jac. P. Thijssepark  in Amstelveen (Provinz Nordholland). Hier trifft man lediglich auf vereinzelte Spaziergänger, die dieses Kleinod naturnahen Grüns genießen. Erstaunlich! Ist doch der Thijssepark im Fühling für uns eines der bezauberndsten Beispiele für detailverliebt und gekonnt natürlich gestalteten öffentlichen Raum: An stillen Wasserläufen findet sich eine Vielzahl fein komponierter ausschließlich einheimischer Pflanzenfamilien, die aber so selbstverständlich daherkommen, als hätte die Natur selbst sie geschaffen. Ein unaufgeregtes, wohltuendes Eintauchen in einen beeindruckenden Pflanzenkosmos. Freunde naturnaher Gärten sollten einen Besuch unbedingt einplanen. Wir haben diesen Ausflugstipp übrigens in der Gardens Illustrated gefunden. Er stammt von Hans Kramer (Besitzer der Gärtnerei De Hessenhof  in Ede, einer biologischen Gärtnerei in der Nähe des Kröller-Müller-Nationalparks, die ebenfalls auf jeden Fall einen Besuch wert ist) – und wir können seinen Tipp nur mit Begeisterung weitergeben!

Stille Wasserläufe im Jac P. Thijssepark

Schlüsselblumen in „freier Wildbahn“

Naturnahe Wiesen im Frühling

Frühling ohne „Bluebells“? Geht nicht!

Verträumte Ecken im weitläufigen Park

 

Kwekerij De Kleine Plantage

Apropos Gärtnereien – dass es in Holland viele gute Gärtnereien gibt, ist hinlänglich bekannt. Einige dieser herausragenden Pflanzenoasen locken aber nicht nur mit ihrem tollen Pflanzenangebot, sondern auch mit ihren wirklich schönen Gartenanlagen. Eine davon ist De Kleine Plantage in Eenrum in der Provinz Groningen. Die Gärtnerei hat sich auf Stauden, Einjährige, Rosen und Clematis spezialisiert. Der angrenzende Garten ist für Besucher geöffnet und absolut sehenswert. Hier kann man viele der Mutterpflanzen bewundern, deren Nachkommen in der Kleinen Plantage angeboten werden. Eine Gärtnerei und ein Garten für echte Pflanzenliebhaber. Besonders Freunde von Schattenpflanzen kommen hier auch auf ihre Kosten.

Ein Teil der großzügigen Gartenanlage der Kleinen Plantage. Die von Hecken beschützten Gartenräume beherbergen u. a. die Beete für die Mutterpflanzen

Ein Frühjahrsbeet in der Kleinen Plantage

Junge Hostas, schön arrangiert – im Hintergrund Rankhilfen

Blick in die Gärtnerei – hinten der großzügige Bereich für die Schattenpflanzen

 

Tuingoed Foltz

Eine ganz besondere Gärtnerei ist für uns Tuingoed Foltz in Meeden (Provinz Groningen). Nicht nur, dass wir auf dem Pflanzenmarkt in Kiekeberg, wo Foltz (wie auch De Kleine Plantage) erfreulicherweise immer vertreten ist, einige sich in unserem Garten fantastisch entwickelnde Salbeipflanzen erstanden haben, auch die Gärtnerei und der Garten sind besuchenswert. Letzterer beherbergt die Nationale Sammlung der Niederlande von Salvia und Echinacea. Foltz ist zudem spezialisiert auf ungewöhnliche Schattenpflanzen. Gräser stehen hier ebenfalls im Fokus. Ein Besuch lohnt also das ganze Jahr, nicht nur im Frühling. Um diese Jahreszeit überzeugt aber das an die Gärtnerei angrenzende „Het Achterland“ durch frisches Grün mit eingearbeiteten ornamentalen Akzenten und Kunst im Raum.

Schnitt-Ornamente im Weideland

Kunst im Garten

Tuingoed Foltz

Ein Hingucker: das Areal für die Schattenpflanzen

 

Villa Augustus

Man kann sich das vielleicht so vorstellen: Ein Gärtner, ein Koch, ein Hotelier und ein Künstler sitzen zusammen und lassen ihre Gedanken in die Wolken fliegen. Was daraus entstehen könnte, muss wohl so etwas sein wie die Villa Augustus in Dordrecht. Kaum einzuordnen; ein Ort, der uns zutiefst berührt und erfreut hat. Aber wie beschreibt man das nun? Die Villa Augustus ist ein Hotel (in einem alten umgebauten Wasserturm, mit künstlerischer Detailfreude gestaltete Zimmer, natürlich ist jedes anders), ein Restaurant (das leckeres Essen serviert und sein Gemüse aus dem großen, wunderschönen Gemüsegarten vor dem Hotel bezieht. Sitzt man auf der Restaurantterrasse, kann man den Köchen beim Ernten und Gärtnern bei der Arbeit zusehen) und ein Markt (hier gibt es die Produkte des biologisch betriebenen Gemüsegartens, der eigenen Bäckerei sowie viele andere köstliche Lebensmittel, Bücher, Küchenutensilien und mehr. Man kann gemütlich bummeln und staunen, in jeder Ecke wartet eine Überraschung). Wir finden: Ein ganz besonderer Platz, zu dem wir immer wieder gerne zurückkehren.

Die Villa Augustus – und ihr beeindruckend schöner Gemüsegarten, links im Frühjahr, rechts im Herbst

Blick von oben in die andere Richtung: der mediterrane Garten mit seinen Formschnittgehölzen

Der Markt: ein Kleinod für Foodies und Pflanzenliebhaber

Unverzichtbar und von Anfang an dabei: Gartenkater Julius (was für einen Namen sollte er denn hier sonst tragen?), der sich sein Zuhause im Gemüsegarten selbst ausgesucht hat. Gut gemacht, Julius.

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Blick zurück

Wie jedes Jahr um diese Zeit, gibt es unseren kleinen Rückblick auf die schönsten Gartenmomente des vergangenen Jahres.

Hier gehts direkt zur Bildergalerie. Viel Spaß damit!

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Nassschnee

Seit Wochen liegt bei uns im Wilden Garten Schnee. Eigentlich eine schöne Sache. Aber: In diesem Fall kam die weiße Pracht nicht in locker-luftigen Flocken daher. Stattdessen legte sie sich richtig dick und schwer aufs Grün – gar nicht gut für Phyllostachys … Während die nicht so hochwachsenden Bambusarten wie Fargesia, Pseudosasa oder Sasa genügend Halmelastizität aufwiesen, war das Gewicht für die höheren Phyllostachysarten teilweise einfach zu viel. Auf ihren Blättermassen sammelten sich solche Mengen an Nassschnee, dass es zum Bruch kam.

Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis‘ und Ph. humilis gehen unter dem Nassschnee in die Knie. Normalerweise kein Problem. Taut der Schnee, richten sich die Halme wieder auf

Aber diesmal wog die Schneelast zu schwer und bei Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis‘ brachen zwei Halme

Solider Splitterbruch: Hier reichte die sprichwörtliche Flexibilität der Bambushalme nicht aus

Bei Ph. vivax ‚Huangwenzhu‘ lag die Schwachstelle weiter unten: Der Halm wurde schlicht aus dem Rhizom gerissen

Nicht nur die Bambusse hatten unter der weißen Last zu leiden: Auch in den Staudenbeeten wurden die Strukturen deutlich unansehnlicher – Astern, Phlox, Gelenkblumen und andere konnten dem Schnee nicht standhalten. Absolutes Novum: Selbst der bisher immer standfeste Wasserdost knickte um

Sonst auch nicht so leicht unterzukriegen: Miscanthus sinensis ‚Malepartus‘

Heute setzt nun endlich Tauwetter ein. Schauen wir, was unter dem Schnee wieder hochkommt.

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Dezemberausklang

Kaum Zeit für den Garten im Dezember. Für gute Fotos fehlte neben der Zeit meist auch noch das Licht. Daher zum Jahresende nur eine kleine Auswahl an winterlichen Impressionen und die besten Wünsche für ein glückliches Gartenjahr 2017!

Sich ablösende Rinde bei Betula utilis var. jaquemontii im Gegenlicht

Wie in Zuckerguss getaucht wirken die Fruchtstände von Betula utilis var. jaquemontii nach einer frostigen Nacht

Kristalliner Glanz verzaubert auch Sporobolus heterolepsis

Immer wieder schön: Raureif arbeitet die Strukturen der Gräser und Stauden heraus

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Novembermorgen

Temperaturen im Minusbereich und immer wieder minutenlang Sonne – da lohnt ein früher Rundgang durch den Garten. Also Jacke an, Schreibtisch kurz ausblenden und neugierig schauen, was die frostige Nacht so angerichtet hat. Eingeschlagen wird auch diesmal DIE obligate Route, klar.

Stieleichen und amerikanische Roteichen haben sich am alten Obsthof schon zu recht stattlicher Größe entwickelt. Sehr zur Freude der Vögel, der Eichhörnchen und anderer Tiere, welche die Bäume als Brutplatz, Nahrungsquelle und zum Schutz vor Wind und Wetter nutzen

Die großen Laubbäume spenden dort tüchtig Schatten – kein optimaler Standort mehr für Zwetschgen und Äpfel. Aber die in die Jahre gekommenen Obstbäume tragen dennoch überraschend üppig

Schattenspiel an Miscanthus x giganteus

Hakonechloa macra ist ein Gewinn für jeden Garten. Ob im Topf oder im Beet: Dieses wunderschöne Gras bleibt bis weit in den Winter hinein ein attraktiver Hingucker mit seinen sich kaskadenartig ergießenden Blättern und zarten Blütenständen. Neben der reinen Art mit grünem Laub (wie hier im Bild) sind verschiedene Sorten im Handel, u. a. mit goldgelben Blättern oder gelbgrün gesteift

Hopfen (Humulus lupulus) eignet sich bestens zur schnellen Begrünung von Mauern und Zäunen etc. Er treibt jährlich neu aus, die vertrockneten Alttriebe sollte man zurückschneiden. Es sei denn, es ist ein dichtes Dickicht gewünscht. An unserer Garage gibt er sich auch mit sehr wenig Sonne zufrieden und gedeiht prächtig. So prächtig, dass man seinen Ausbreitungsdrang alljährlich etwas bändigen muss

Die herzförmigen Blätter von Cercis canadensis ‚Forest Pansy’ leuchten jetzt in den verschiedensten Orange- und Rottönen – was besonders vor dem gelbgrünen Laub der Stieleiche gut zur Wirkung kommt

Zu den beeindruckendsten Herbstfärbern zählen auch viele Berberitzen, hier Berberis thunbergii ‚Harlequin’

Der Raureif akzentuiert nicht nur die Blätter von Cotinus coggygria ‚Royal Purple’ – auch die filigranen, perückenartigen Fruchtstände, denen der Perückenstrauch seinen Namen verdankt, werden durch den Frost verzaubert

Das Laub von Cotinus coggygria ‚Grace’ färbt heller scharlachrot bis orange

Und noch mehr Rottöne: Quercus palustris

Die Stars dieses Raureifgemäldes sind (v. l. n. r.) Spirae billardii ‚Triumphans’, Calamagrostis brachytricha, Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm’ und Panicum virgatum ‚Shenandoah’. Alleine wegen solcher Bilder findet bei uns der Staudenrückschnitt immer erst Ende Februar statt

Und dann heute Morgen das: Der erste Schnee der Saison verwandelt die Gartenlandschaft auf ein Neues. Blick in den Kreuzgarten …

… und auf den Bambus vor den Fichten. Beide Aufnahmen aus der warmen Bibliothek heraus – fernab DER Route

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Doch noch Herbst

Ewig konnte das ja nicht so weitergehen mit dem Spätsommer. Schade eigentlich … Spätestens die langsam kürzer werdenden Tage – und der erste Frost! – erinnern unerbittlich daran, dass wir im Herbst angekommen sind. Und der Garten auch.

Allen voran die prägnanten Herbstfärber lassen keinen Zweifel aufkommen: Cercis canadensis ‚Forest Pansy’ wartet bereits mit seiner typischen Palette von Ocker- und Braunrottönen auf – hier und da noch durch grüne Blätter aufgelockert

Ein fantastisches Farbspiel beginnt bei Viburnum plicatum

Ihren Beitrag zum herbstlichen Farbenrausch leisten auch Euonymus alatus (vorne links) – als einer der ersten – und Rhus typhina. Dazwischen steuert der Sanddorn Hippophae rhamnoides ‚Vitaminhochzeit’ neben Grün etwas Gelborange in Fruchtform bei

Herrlich sind die Tage, an denen der köstliche Lebkuchenduft der Blätter des Katsurabaums (Cercidiphyllum japonicum) nach dem ersten Frost durch den Garten strömt. Im Hintergrund korrespondiert das satte Gelborange der Zweige der Dotterweide Salix alba ‚Vitellina’ mit dem Goldgelb der Katsurabaumblätter

Setzt das ganze Jahr über einen tief schwarzroten Akzent im Garten: Cotinus coggygria ‚Royal Purple’

Der schwarze Akzent hier ist Nachbarkatze „Mimi“. Auf gemähten Wiesen lässt es sich einfach bequemer Mausen. Wieder haben wir es in diesem Jahr nur einmal geschafft mit dem Schnitt. Und natürlich nicht im schön trockenen September, sondern erst Anfang Oktober, als alles so richtig feucht war und daniederlag. Das brachte trotz Motorsense und Balkenmäher keinen wirklichen Spaß – und das Zusammenrechen der nassen Haufen danach auch nicht. Also wieder eisernen Vorsatz fürs nächste Jahr gefasst: zweimal mähen. Ob’s klappt?

Bambus kam in diesem Jahr bisher im Blog eindeutig zu kurz. Nach dem zweiten milden Winter in Folge und nach acht Standjahren hat sich Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu’ wirklich etabliert und schiebt schöne kräftige, hohe Halme. Phyllostachys parvifolia (links) – im selben Jahr gepflanzt – kann da nicht mithalten. Jetzt gilt es, langsam das jeweils endgültige Terrain für die Pflanzen zu definieren, die bisher durch Abstechen der Rhizome in Schach gehalten werden

Herbstlicht fällt durch die Stieleichen und Bergahorne im Hintergrund und setzt Miscanthus sinensis ‚Variegatus’ in Szene

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Trockenheit und andere Torturen

Dieser September hielt für unseren Garten – und für uns! – einiges an Stresspotenzial bereit. Natürlich hat man als leidenschaftliche Grünliebhaberin immer etwas am Wetter auszusetzen. So herrlich die sommerlichen Temperaturen sind: Mit bis dato 33 Litern Regen im September ist es jetzt im dritten Monat in Folge deutlich trockener als im vergangenen Jahr und langsam geht einigen Pflanzen die Kraft aus – denn wir steuern nicht überall mit regelmäßigen Wassergaben gegen. Das ist einfach nicht zu schaffen. So lassen die Staudensonnenblumen an besonders sonnigen Standorten schon die Köpfe hängen (vom unschönen Mehltaubefall ganz zu schweigen …) und die Felsenbirnen haben sich sicherheitshalber bereits fast vollständig von ihrem Laub verabschiedet, also nichts mit prächtiger Herbstfärbung.

Aber die Herausforderungen fürs Grün sind nicht nur klimabedingt. Sie manifestierten sich auch in Form von nach Leckereien suchenden Wildschweinen.

Eintritt frei: Wo keine Pforte ist, wird einfach reinmaschiert. Der Rasen zwischen Bambus und geparktem Auto war den Wildschweinen einen Besuch wert

Erwischt: einer der Übeltäter vorm Kompost im Obsthof

Dass die Graukittel im nicht eingezäunten Obstgarten vorbeischauen, das hatten wir in früheren Jahren schon häufiger erlebt. Aber dass sie direkt ans Haus kommen, das ist doch eine neue Stufe tierischer Dreistigkeit. Zum Glück war das Tor zwischen Hecke und Garage geschlossen. Nicht auszudenken, was sie sonst noch angerichtet hätten.

Von anderen hungrigen Tieren hatten wir vor einem Jahr schon einmal berichtet: Hornissen. Seit Beginn des Sommers habe ich regelmäßig – mit einer gewissen Panik im Blick – unsere jungen Birken nach neuen Angriffen der grundsätzlich ja sehr gern gesehenen Gartengäste abgesucht und glücklicherweise nichts gefunden. Kein Wunder, hatten sich die cleveren Insekten in diesem Jahr auf eine andere Baumart fokussiert: den Sanddorn.

Scheint auch gut zu schmecken: Dieses Jahr haben die Hornissen den Sanddornsaft für sich entdeckt

Wenn das jetzt kein „Beweis“ für intelligentes tierisches Verhalten ist. So haben die Birken Gelegenheit, sich von den massiven Fressschäden des vergangenen Jahres zu erholen – und stehen künftig weiter als leckere Saftquelle zur Verfügung.

Keine Gedanken über das Nachwachsen ihrer Nahrungsgrundlage müssen sich unsere Tagpfauenaugen machen: Im Wilden Garten gibt es immer zwei Brennnesselareale, in denen die schönen Schmetterlinge ihre Eier ablegen können. Die Blätter werden dann ratzekahl von den Raupen abgefressen, sodass nur noch die Stängel mit den Blütenständen übrig bleiben.

Mit tüchtigem Appetit machen sich die hübschen Raupen des Tagpfauenauges über die Brennnesselblätter her

Nach so viel tierischen Beobachtungen noch ein paar Eindrücke von den Hauptakteuren unseres Gartens – wobei: Darüber ließe sich trefflich diskutieren. Also: zumindest den optisch präsenteren Mitspielern.

In den sonnigen Staudenbeeten bilden Gräser und die spät blühenden Stauden jetzt eine innige Verbindung, im Hintergrund gehalten von Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm’, dem super standfesten Wasserdost

Hier werden Sedum telephium ‚Herbstfreude’ und Aster pyrenaeus ‚Lutetia’ von einem Sporobolus-heterolepsis-Blütenschleier umfangen

Ein echtes September-Highlight: Lespedeza thunbergii, Thunbergs Buschklee. Mit zahllosen Schmetterlingsblüten zaubert er an bogig überhängenden Zweigen ein Meer an dunkel-pinkfarbenen Blütentupfern ins Beet. Die zwei jungen Pflanzen, erworben in den Niederlanden, haben erst im Mai dieses Jahres Einzug in unseren Garten gehalten – und ich bin schon völlig begeistert von ihrer Austriebspower und Blütenfülle. Sie stehen zurzeit noch in Töpfen und wandern wahrscheinlich nächstes Jahr direkt in die Beete. Einziges Manko: Dieser Buschklee ist bei uns nicht ausreichend frosthart. Dem kann man aber mit einem jährlichen Rückschnitt bis zum Boden und einer dicken Mulchschicht im Wurzelbereich begegnen

Blick vom Kreuzgarten über die sonnigen Rabatten in den Wilden Garten

Blick von der Straße in den Kreuzgarten: Cornus kousa var. chinensis (links) und Corylus avellana ‚Contorta’ (rechts) heben sich schon sehr präsent aus den Stauden und Gräsern hervor. Die junge Walnuss (dazwischen) steht auf der Wiese

Salvia glutinosa, der Klebrige Salbei, fühlt sich im Halbschatten wohl. Die kräftigen Pflanzen behaupten sich auch am Wiesenrand und samen sich hoffentlich reichlich aus

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Hochsommer-Impressionen

Vor einiger Zeit hatten wir das schon mal thematisiert: Wenn wir unseren obligaten Gartenrundgang machen, dann verläuft der nach einer klar definierten Route. Einer Route, der keine bewusste Planung zugrunde liegt. Sie hat sich einfach so ergeben bzw. erlaufen – hat sich allerdings sofort so im Unterbewussten verankert, dass man jetzt schon bewusst gegensteuern muss: Nein, heute gehen wir mal andersrum … Machen wir aber selten … Und hier nun auch nicht. Also: Hochsommer-Eindrücke entlang DER Route.

Jedes Jahr wieder eine Augenweide: Euonymus planipes mit seinen farbenfrohen Früchten

Vom Wilden Garten gleich in den Kreuzgarten: Hier setzt Anemona hupehensis Akzente zwischen verschiedenen Gräsern. Ihre lange Blütezeit ist einfach toll

Im Beet nebenan leistet Aster divaricatus seit zwei Jahren Anemone hupehensis ‚Septembercharme‘ Gesellschaft. Mal schauen, wie lange sie der enormen Wüchsigkeit der Herbstanemonen standhalten kann

Wieder ein Beet weiter: Von den Wiesenknöpfen zählt bei uns Sanguisorba tenuifolia ‚Alba‘ zu den Spätblühern

Blick aus dem Kreuzgarten in den Wilden Garten: Die beiden Sumpf-Eichen (Quercus palustris) haben sich inzwischen gut etabliert in ihrem „zipfelmützenartigen“ Habitus. Im Herbst und Winter begeistern sie mit einem Feuerwerk an orange-roten Blättern

Wieder zurück in die Beete, jetzt in sonnigere Bereiche. Hier hat sich Sporobolus heterolepsis mit seinen zarten Blüten und seinem faszinierenden leichten, köstlichen Duft zu einem unserer absoluten Lieblingsgräser entwickelt

Unser Boden ist fast überall zu trocken für ein üppiges Wachstum von Persicaria amplexicaulis. Die Sorte ‚Rosea‘ hält sich recht tapfer

Erst seit einem Jahr bei uns zu Hause: Helianthus ‚Lemon Queen‘

Kunstvolles Blattwerk: Liriodendron tulipifera

Zu Schnecken haben Gartenbesitzer ja oft ein zwiespältiges Verhältnis. Während ich auf Nacktschnecken sehr gut verzichten kann – als Bekämpfungsmaßnahme kommt dennoch nur das Einsammeln und auf den Hügel werfen zum Einsatz –, finde ich Bänderschnecken einfach nur reizend. Glücklicherweise haben wir eine üppige Population von Garten- und Hainbänderschnecken – auch sehr zur Freude unserer Igel

Ein immer wieder porträtierter Gräserstar bei uns: Achnatherum calamagrostis – mit seinen überhängenden Blütenständen ideal für den Beetrand

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Satte Sommerträgheit

Großzügige Regenmengen im Juni (124 mm) und Anfang Juli lassen unseren Garten trotz Temperaturen um die 30 Grad immer noch satt, üppig und auch etwas träge erscheinen. Oder liegt es nur daran, dass die inzwischen recht abgeblühten Wiesen noch nicht gemäht sind? Die Trägheit hat sich auf die Gärtnerinnen übertragen … „Schuld“ ist nicht nur die schwüle Witterung: Unser Projekt „wir spalten während der Sommermonate nebenbei noch kurz das Holz von 30 solide großen Eichen, Birken und Robinien für den Ofen“ stellt sich doch als nicht ganz mal so eben nebenbei zu erledigen heraus. Was natürlich zu erwarten war! Aber in der anfänglichen Euphorie geht man ja gerne von idealistischen Vorstellungen wie „nach Feierabend einfach kurz noch mal zwei bis drei Stunden ran ans Holz, das schafft was weg“ aus – klappt nicht, ist klar …

Abbild des Hochsommers: Origanum vulgare und Hypericum perforatum in den inzwischen etwas abgeblüht daherkommenden Wiesen

Die Beete sehen zum Glück noch deutlich saftiger aus. Hier ein Zusammenspiel aus Sanguisorba tenuifolia ‚Purpurea’, Sanguisorba ‚Cangshan Cranberry’, Thalictrum rochebruneanum, Astrantia major ‚Shaggy’ und diversen Gräsern (vorne rechts Achnatherum calamagrostis mit seinen schönen bogig geneigten Blüten-„Federn“)

Wiesenrauten verzaubern jede halbschattige Gartenlage mit ihren filigranen Blütenrispen – genügend Bodenfeuchte vorausgesetzt. Thalictrum delavayi samt sich bei uns gut aus und setzt mit ihren bis zu 1,80 Metern Höhe zart-schwebende vertikale Akzente

Eine reizvolle Begleiterin im Halbschatten ist die Herbstanemone Anemone hupehensis ‚Septembercharme’

Fühlt sich schon seit Jahren in einem großen Wasserkübel wohl: der Zwerg-Rohrkolben. Während der obere männliche Teil des Blütenstands von Typha minima kaum noch sichtbar ist, halten sich die weiblichen walzenförmigen Fruchtstände darunter deutlich länger auf ihren schwankenden Halmen

Apropos Wohlfühlen. Eine nicht näher spezifizierte Solidago-Hybride breitet sich in diesem Beet tüchtig aus und rückt Eupatorium fistulosum ‚Riesenschirm’ doch sehr nah. Da gilt es, demnächst energisch einzugreifen

Erst seit August 2015 ist Agastache ‚Black Adder’ eingezogen. Die dunkle Blaunessel braucht noch etwas Zeit, um sich zu etablieren – erfreut mit ihren hübschen Blütenkerzen aber bereits zahlreiche Insekten

Bietet nicht nur Nahrung, sieht auch gut aus: Das Blauviolett der Blüte von Buddleja ‚Lochinch’ harmoniert perfekt mit dem Blauton auf den Flügeln des Tagpfauenauges

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